Corona Update zum 6.5.2020

Von Afrika hört man weiterhin nichts.

Aber von Idlib im Nordosten Syriens. Es herrscht nun Waffenruhe, aber auch hier verbreitet sich das Corona Virus. Die medizinische Versorgung ist kaum gegeben. Andererseits wird behauptet, die Menschen beten in übervollen Moscheen. Draußen ist alles kaputtgebombt! Was soll uns das sagen?

Die Themen im Moment hier bei uns: Immunitätsausweis – Impfung – Lockerung.

Wegen der Ausgangssperre werden wir keinesfalls zu 60–70 % durchseucht werden können. Wo ist das schon möglich? Also müssen schnellstens die Impfungen her.

In den USA kam es 1976, während der Präsidentschaftswahlen mit Gerald Ford, zu einer schweren „Schweinegrippe“. Ein Impfstoff wurde schnell hergestellt und er wurde 40 Mio. Amerikanern injiziert. Während der Anwendung sind viele Menschen daran erkrankt oder auch verstorben. Die Schadensersatzklagen beliefen sich auf 3,5 Milliarden Dollar. Gerald Ford hat die Wahl verloren.

In Deutschland leben 83 Mio. Menschen. Darunter sind bald 170 000 positiv Getestete, vielleicht 2,2 Mio. davon sind Corona negativ gewesen. Rund 2,5 % der Menschen sind in unserem Land getestet worden (Quelle Statista, Stand 5. Mai 2020). Über 80 Mio. Menschen warten noch darauf. Rund 50 % der Menschen in Deutschland warten auf eine Impfung – Geteilte Gesellschaft.

Worms:
5.5.2020: 186 positiv getestete Fälle.
Endlich öffnet die Wirtschaft! Es wurde Zeit – für alle, wenn auch langsam, aber immerhin.

Extreme Meinungsunterschiede – Ängste schüren:

Markus Söder ist glücklich, dass wir alle so diszipliniert und geduldig waren, dennoch sagt Angela Merkel:
„Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen.“
„Die Situation, die wir gerade haben, ist trügerisch.“
Ergänzt durch das RKI:
„… könnte eine ungebremste Erkrankungswelle zu einer erheblichen Krankheitslast in Deutschland führen“.

Im Grunde erkennt man wieder die Angst gesteuerten Gegensätze:
Einerseits ist es in Deutschland für alle überraschend gut gelaufen (im Verhältnis zu Frankreich, England, Schweiz, Italien und Spanien). Aber bitte noch Geduld! Andererseits wird ein Bedrohungs-Szenarium für den Herbst vorhergesagt (Christian Drosten, Karl Lauterbach), bei dem es so schlimm wie 1918 werden könnte. Als ob niemand mehr wüsste, welche Bedingungen im letzten Jahr der schlimmsten kriegerischen Materialschlacht zugrunde lagen und welches globale Gesundheitssystem (z.B. Krankensäle) damals vorherrschte.

Verschwörungstheorien:

Eines ist klar bei solch unklaren Bedrohungen: Es muss einen Schuldigen geben. Nachzulesen sind 3 Stadien in der gesellschaftlichen Aufarbeitung und der Bewältigung einer Epidemie im Buch von Jean-Paul Sartre: Die Pest. Von den Chinesen über die Pharmaindustrie bis hin zum Militär und zu den Amerikanern, vom Mobilfunk bis zu den Freimaurern und vom Islam bis zu den Juden, da gibt es ein weites Feld von Anschuldigungen und Vermutungen. Vergleichbar ist das mit den Ursachen von Krebs, von Autoimmunerkrankungen, von Allergien, psychischen Störungen und anderen Krankheiten. Meist gibt es nicht EINE Ursache, sondern eine Mehrfachbelastung, ein multifaktorielles Geschehen, das durch den zeitlichen Verlauf auch noch verkompliziert wird.

Eine plausible Erklärung für die Pandemie ist eine Naturkonstante:

„Das Beständigste auf der Welt ist der Wechsel.“

Naturwandel in der Zeit: Auch Viren ändern sich ständig:

Mit dem Lauf der Menschheitsentwicklung, bei der es zu einem steilen Anstieg der globalen Bevölkerung und zu einer weiteren Flucht vom Land in die Stadt kam, entstanden in kurzer Zeit (innerhalb der letzten 20 Jahre) riesige Städte – weltweit. Die Lebensbedingungen empfinden wir verwöhnten Deutschen im Grunde als Zumutung. Die Japaner und die Amerikaner, die Menschen in London, Paris, Madrid und Rom, haben sich schon seit Jahrzehnten daran gewöhnt. Aber jetzt kam es zu einer Explosion von Megastädten.

Auch die massenhafte Anzahl von Ratten und Fledermäusen in den Abwasser- und U-Bahnsystemen sowie in Industrie- und Wohnblockruinen der Welt passen sich an. Jedes Tier, wie auch wir Menschen haben eine Unzahl von Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten in, an und um uns. Auch dieses Mini-Ökosystem passt sich an, die Luft zum Atmen verändert sich, die Nahrung, damit verändert sich die Darmflora und das, was ausgeschieden wird.

Da ist es natürlich kein Wunder, dass sich Viren ebenso verändern müssen. Es ist kein Zufall, sondern die Entwicklung aus einer Milliardenschar von Mikroben, sodass sich auch einmal ein „Heuschreckenschwarm“ von Viren mit zufällig veränderten Eigenschaften auf einen Monokultur-Acker, auf ein Rind (BSE-Epidemie) oder als HIV-, Ebola- oder nun Corona Virus auf die betreffende Population stürzt.

Dieses neue Virus ist nichts anderes als die sonstigen „neuen“ Viren, die den Weg von Enkelkindern aus der Kita zu den Großeltern finden. Diese werden dann allerdings so krank wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Nur stirbt selten ein alter Mensch an dieser Art von Schnupfenviren. Oder merken wir es nicht, weil diese kranken Alten nicht gezählt wurden? Wir werden es irgendwann wissen.

Trotzdem ist das SARS-CoV-2-Virus mit einer besonderen Eigenschaft ausgestattet. Das Virus geht im Bronchial- und Lungengewebe einen besonderen Weg und versperrt den Weg des Sauerstoffs in die Blutadern. Dabei versucht das Immunsystem, diese Entzündung abzuwehren.

Die meisten Menschen schaffen es, wenn sie noch genug Abwehrkräfte oder schon trainierte Abwehrzellen haben. Die ganz alten Menschen haben eben diese Kräfte nicht mehr, so dass durch deren Abwehrsystem nicht effektiv genug Viren getötet werden können. Auch dass der Abwehrkampf selbst eigene Organe angreift und schwächt, ist das Fatale an dieser Art des Corona Virus.

Deshalb müssen wir gerade diese Menschen schützen, wenn sie das möchten.

Aber es gibt sehr viele alte Menschen – vor allem in Heimen –, die sich wünschen, zum Herrn zu kommen.

Die Kardinalfrage: Wer darf sterben – Selbstbestimmtes Sterben:

Wir brauchen uns nicht aufregen, wenn es um die Frage geht, wer sterben darf, kann oder soll. Niemand soll sterben und die meisten Menschen wollen an sich nicht sterben, aber sie müssen. Es gehört zum Leben.

Nur, wenn alle ehrlich wären (es sind die wenigsten, weil sie zu wenig wissen, um ehrlich zu sein), dann wollten sie niemals in einem Heim leben. Kaum ein Mensch findet es dort schön, obwohl es so sein könnte. Sehr viele Alte sagen: „Hier sind ja nur alte Leute“ und fühlen sich selbst anders, als die, die sie sehen. Sehr viele alte Menschen möchten so nicht leben, finden es schrecklich und traurig. Wenn es aber ans Sterben geht, ziehen sich manche feige zurück und sagen: „Nein, ich habe Angst, jetzt bitte noch nicht.“ Andere betteln und bitten: „Bitte komm’, hol’ mich!“

Man sollte den Willen des Einzelnen respektieren. Wir leben in einer freien Gesellschaft, nicht in China, nicht in Polen, Ungarn oder Nord-Korea. Zwar werden wir auch ordentlich manipuliert, aber im Grunde haben wir noch eine Wahl. Auf diese Wahl legen wir großen Wert. Unsere Kultur hat sich dahingehend entwickelt, dass wir große Leistungen erbringen können. Weil wir frei sind, schaffen wir das aus uns selbst heraus in übergroßem Maße.

So möchten wir das mit der Freiheit auch am Ende des Lebens erleben.

Es gibt viele Formen, wenn es zu Ende geht. Der eine wählt den Suizid, der andere isst nichts mehr, der nächste landet in der Demenz und sehr viele andere finden Kraft und Mut, so weiter zu leben, bis es wirklich nicht mehr geht. Dann will man sterben dürfen. Und dies muss erlaubt sein, wenn das Leben eine schlimme Qual wird. Ein Kampf oder eine Qual kann das Leben ruhig sein. Der Mensch ist zäh und anpassungsfähig. Aber eine schlimme Qual vor dem sicheren Tod ist vermeidbar.

Also, wenn das todbringende Virus kommt, könnte man sterben. Wer dement ist, fragt sich dahingehend gar nichts mehr. Wer immer Angst vor dem Tod hatte, der hat sie jetzt voller Berechtigung. Deshalb müssen diejenigen geschützt werden. Die anderen sagen jedoch: Yes, I can! Wenn die Menschen wüssten, dass der Tod durch eine Lungenentzündung kein schlimmer Tod ist, könnten sie sich etwas entspannen.

Wer definiert lebenswertes Leben?

Lebensqualität kann jeder Mensch für sich selbst definieren. Wenn wir Ärzte mit Zeit und Einfühlungsvermögen mit den betroffenen Menschen reden können, helfen wir, eine richtige Entscheidung zu treffen. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu ändern. Das sollte auf dem Weg zum Tod erlaubt sein. Manchmal pflastert ein Hin und Her sogar einen weichen Weg, den man leichter gehen kann. Dann ist das Sterben eine Erlösung.

Deshalb sehe ich das Auftauchen dieses Virus nicht als Bedrohung, sondern als Tatsache, der man individuell und angepasst begegnen kann.

Politik:

Es ist richtig, dass eine sehr differenzierte, diffizile und diverse Gesellschaft in einer solchen Krise geführt werden sollte. Es ist auch nötig, zeitlich angepasste Maßnahmen zu ergreifen, gerade, wenn NIEMAND weiß, wo der Weg entlang führt und wo das Ziel ist.

Falsch ist aber, dass zu dieser Verunsicherung, die selbst schon Angst genug erzeugt, noch weitere angstbesetzte Vorstellungen von Amtsträgern verbreitet werden. Die Vielfalt der Meinungen und die Freiheit der Meinungsäußerung sind ein hohes Gut. Aber es ist belastend für eine große gesellschaftliche Gruppe, nämlich für die Menschen, die schon nach einer geringen Menge an Informationen keinen „Durchblick“ mehr haben, richtige und falsche Informationen nicht einordnen können – und dann noch mehr Angst bekommen. Dabei geht das natürliche Gefühl für Lebenssituationen verloren und die Menschen reagieren panisch (Hamsterkäufe, Aggression gegenüber Fremdem und Anderem, keine Nerven mehr in der Enge der Familie etc.).

Die Politik hat die Aufgabe, sich auf die Mehrheit der Bevölkerung einzustellen, also auch auf deren Reaktionsweise. Deshalb müssen andere Minderheiten darunter „leiden“, denn sie wissen eher, was sie in dieser Situation tun sollten.

Grundsätzlich erfahren wir in solchen Krisen, dass die Menschen gerne andere Menschen kontrollieren. Neben der Angst ist das eine zweite schlimme Reaktionsart. Damit werden Menschen diskriminiert und denunziert, auch wenn sie recht haben. Die Leute, die immer alles sehr eng sehen und Angst haben, verfallen in die Rolle einer Polizei neben der Polizei, sozusagen eine Art Miliz hinter dem Vorhang der rechtschaffenden Bürger. Es wird mit den Anordnungen Recht gesprochen.
In der Nachbarschaft, aber selbst in den Familien kommt es zu Grabenkämpfen. Die einen fahren zu den Großeltern, während die Geschwister es vollkommen verbieten, aus Angst, die Großeltern könnten infiziert werden und sterben.

Deshalb ist es wichtig, dass das freiheitliche Grundprinzip immer wieder angemahnt wird, was unser Rechtssystem auch möglich macht.

 

Corona Update zum 16.4.2020

Unsere Situation in der Praxis:

Noch immer sind keine neuen, positiv auf Corona Viren getesten Patienten, hinzu gekommen. Bisher wurden 3 Patienten getestet, 2 direkt in der Praxis und ein Patient, der vor 4 Wochen außerhalb der Praxis getestet wurde.

Unter meinen „alten“ Patienten gibt es bis heute keinen einzigen Corona posiiven Fall, weder bei unseren Patienten, die wir fast alle befragt haben, noch unter deren Angehörigen, Bekannten oder Nachbarn.

Dennoch werden weiterhin Geduld und Disziplin gefordert, obgleich das RKI nun von 24 Verdopplungstagen spricht. Die Maskenpflicht steht immer noch im Raum, obwohl die Bürger keine einfachen Masken zum Einmalgebrauch erhalten können. Selbst in der Praxis warten wir immer noch auf Nachschub.

Wissenswertes über das Corona-Virus:

Wissenschaftliche Arbeiten zu SARS-CoV-2 zeigen, dass es wie bei anderen Corona Viren vor allem für alte Menschen oder Menschen mit relevanten Begleiterkrankungen gefährlich sein kann. Die durch das neue Corona Virus hervorgerufene Atemwegserkrankung COVID-19 stellt nach MERS und SARS die dritte durch Coronaviren (CoV) ausgelöste Epidemie im 21. Jahrhundert dar. Das Virus trifft dabei auf eine völlig naive Population, was dazu führen kann, dass mehr Menschen infiziert werden und erkranken, als bei anderen bekannten Corona Viren, bei denen meist schon eine im Kindesalter erworbene Grundimmunität besteht.

Während bei jungen Menschen Infektionen meist symptomlos oder mild verlaufen, liegt das Risiko von schweren Krankheitsbildern vor allem bei Älteren und Personen mit Begleiterkrankungen vor. Die Sterberaten variieren in den einzelnen Ländern sehr stark. Als Gründe dafür werden neben umfangreichen Labortestungen v.a. regionale Unterschiede der Luftverschmutzung oder die Häufigkeit von Antibiotika-Resistenzen angeführt. Auffällig ist aber vor allem, dass in Ländern mit hohen Sterberaten deutlich mehr alte Menschen infiziert wurden, als in Ländern mit geringer Sterblichkeit.

Schwere Verläufe von COVID-19 zeigen Symptome einer beidseitigen Lungenentzündung, die eine Intubation zur Unterstützung der Atmung erfordern könnte. Ein wesentlicher Grund für diese fatale Entwicklung liegt in folgender „Fähigkeit“ dieses SARS-CoV-19: SARS-Corona Viren bilden bestimmte Eiweiße (Viroporin-Proteine), um Entzündungshormone (Inflammasome) im Gewebe - z.B. Lungengewebe - zu aktivieren und so die Verbreitung des Virus zu erleichtern. Die jüngste Entdeckung des ORF3a-Viroporins vertieft das Verständnis dafür, warum SARS-CoV bei der Infektion von Patienten so viel Schaden anrichten kann. Wie die E-Proteine aktiviert auch ORF3a das NLRP3-Inflammasom. ORF3a wird in infizierten Zellen HOCH exprimiert. Das heißt, es wird eine massenhafte Bildung von Viren im entsprechenden Gewebe des Körpers ausgelöst und aufrecht erhalten. Dieses Viroporin leitet Kalzium- oder Natriumionen in Zellmembranen und hat die einzigartige Fähigkeit, die Aktivierung von Entzündungseiweißen im Körper (NF-κB und Chemokine) zu induzieren. Diese Aktivität der ORF3a-Ionenkanäle ist letztlich verantwortlich für die Einleitung des Zelltodes.

So kann man verstehen, warum dieses neue Virus gerade im Lungengewebe derartige Schäden anrichten kann.

 

Corona Update zum 10.4.2020

Welche Patienten sind gefährdet?

- Ältere oder morbide bzw. multimorbide Patienten.

- Patienten, die unter Bluthochdruck, Herzerkrankungen (auch Rhythmusstörungen) und Zuckerkrankheit leiden. - Menschen, die in Gebieten hoher Luftverschmutzung leben und Menschen, die an einer Lungenerkrankung wie Asthma und COPD leiden.

Was ist zu tun?

Auf jeden Fall – auch aus psychologischen Gründen – Mundschutz und Handschuhe anziehen. Im Altersheim sollten nach jedem Patienten die Handschuhe desinfiziert werden, dann erst den nächsten Patienten betreuen. Anfassen, abhören mit dem Stethoskop und Blutdruck messen nur dann, wenn es nötig ist. Danach auch die Geräte desinfizieren.

Dies sollte auch bei Hausbesuchen geschehen.

In der Praxis sollten, wo notwendig, doch die Patienten getrennt werden. Die Helferinnen steuern, bei welchem Patienten ein Hausbesuch erforderlich ist und wer in der Praxis in welches Zimmer kommt. Abstriche für Corona Tests werden in den Testzentren gemacht, wenn die Praxis nicht geöffnet ist.

Ab nächster Woche werden, entsprechend der Indikation, die Bluttests bei folgenden Patienten durchgeführt:
- Patienten, die Covid-19 positiv im Abstrich waren
- Angehörige oder Mitarbeiter von diesen, in erster Linie, wenn sie Symptome hatten
- Personal in der Praxis, in Seniorenheimen, in Krankenhäusern
- Sehr ängstliche Patienten, die Sicherheit benötigen.

9.4.2020:

In der Pressekonferenz in Nordrhein-Westfalen wurden die ersten Zwischenergebnisse einer Studie bekanntgegeben, die im besonders betroffenen Kreis Heinsberg durchgeführt wurde. Bei umfassenden Untersuchungen in der Gemeinde Gangelt wurde bei 15 Prozent der Bürger bereits eine Immunität festgestellt.

Laut Virologe Streeck liegt die Sterberate deutlich niedriger als bislang befürchtet. Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben, liege dort, bezogen auf die Gesamtzahl der Infizierten, bei 0,37 Prozent. Die in Deutschland derzeit von der amerikanischen Johns Hopkins University berechnete, entsprechende Rate betrage 1,98 Prozent.

Ein sehr gutes Glossar über alles, was Corona betrifft, also eine Beschreibung der Fremdworte und Fachbegriffe, findet sich bei deutschlandfunk.de: https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-glossar-die-wichtigsten-begriffe-zur-coronavirus.1939.de.html?drn:news_id=1119816

 

Corona Update zum 3.4.2020

Nun ist die ganze Welt angesteckt!

Wir sind in der 4. Stufe angekommen:

1. Stufe: Zunächst hatte China dieses Problem mit dieser unglaublichen Epidemie im eigenen Land. Da lehnten wir uns noch zurück und wussten alles besser.

2. Stufe: Nun zeigte sich in Italien, wozu die Kommunikation mit kapitalistischen Kommunisten im eigenen, geschwächten Land führen kann und schließlich kamen die vielen europäischen Reisenden aus Ischgl und dem Grand Est mit dem italienischen Virus zurück.

3. Stufe: Die Amerikaner erleben nun, was es bedeutet, wenn man gelassen nach Osten und nach Westen schaut.

4. Stufe: Wir warten nun geduldig ab, was in Afrika passiert! Denn wir haben weltweit ein großes Problem mit der Lieferung von Schutzmasken.

Wir diskutieren über Masken, die die globale Welt nicht zur Verfügung stellen kann, verzweifeln, weil wir Angst haben, dass der Tod ungefragt in unsere Familien kommt und weil wir fürchten, dass unser Geld und unser Besitz verloren gehen könnten.

Aber, wir sind in Deutschland mit unserem medizinischen System sehr gut ausgestattet und können uns glücklich schätzen, dass die Bürger und die Arbeitgeber wirtschaftlich vom Staat soweit möglich unterstützt werden.

Fakt ist: Die Sicherheits-Maßnahmen ab dem 12.3.2020 waren richtig, sonst wäre es ganz besonders für alte Menschen schlimmer gekommen. Andererseits könnten wir mit weniger Vorsicht nun besser in der Lage sein, durch eine größerer Anzahl immunisierter Menschen schneller und besser in den Krankenhäusern und Pflegeheimen zu helfen. Die Wirtschaft könnte beruhigter wieder in die gewohnten Bahnen zurückgeführt werden.

Trotz aller Sicherheits-Maßnahmen stiegen die Zahlen in Deutschland und in Italien stark an:

Zeitpunkt Land Erkrankte Todesfälle Anstieg Erkrankte Anstieg Todesfälle
1.3.2020 Deutschland 57 0 Baseline Baseline
31.3.2020 Deutschland 62000 582 1100x 582x
9.4.2020 Deutschland 108202 2107 1898x 2107x
1.3.2020 Italien 1182 29 Baseline Baseline
31.3.2020 Italien 102000 11600 90x 400x
9.4.2020 Italien 139422 17996 124x 609x

Das bedeutet in Deutschland eine deutlichere Erhöhung der Fallzahlen positiv getesteter Patienten, während es in Italien nur eine im Verhältnis niedrigere Erhöhung seit dem 01.3.2020 gab. Bei den Todesfällen verstarb bis 31.3.2020 in Deutschland jeder 106. Erkrankte und in Italien jeder 9. Patient. Bis 9.4.2020 vervierfachte sich die Anzahl Verstorbener in Deutschland, während sich in Italien wegen des früheren Beginns „nur“ eine Verdopplung ergab.

Einschränkend muss gesagt werden, dass die Menge der Testungen im Allgemeinen nicht bekannt ist.

Die extremen Unterschiede, die wir noch nicht erklären können. Aber es gibt Vermutungen, die in nächster Zukunft bestätigt werden könnten.


Was haben die Maßnahmen also genutzt?

Wie kann es sein, dass sowohl der Leiter des RKI Wieler und der Gesundheitsminister am 3.04.2020 verlauten ließen, dass wir jetzt nach 3 Wochen massiver Maßnahmen und einem beispiellosen, selbst auferlegten Wirtschaftsabbruch erst am Anfang der Epidemie stünden?

Was wollen uns die Bundeskanzlerin, die Politiker und Wissenschaftler mit der Durchhalteparole sagen?

Wir sollen uns auf etwas einstimmen, was es so noch niemals gab, weltweit!

Niemand weiß im Moment, wie sich die Situation weiter entwickelt!

Wir können aber vermuten, dass die unterschiedlichen Beobachtungen und Entwicklungen in verschiedenen Ländern einfach mit den Ländern und Gesellschaften selbst zusammen hängen.

Warum z.B. haben wir die höchste Dichte an Intensivstationen?

Auch deshalb, weil wir im Gegensatz zu Holland oder England jeden alten Menschen bis zu allerletzt am Leben halten wollen und weil unser Gesundheitssystem mit seiner Art von „luxuriöser“ Krankenhausfinanzierung zwar zur Kürzung der Gelder bei Ärzten und Pflegepersonal geführt hat, dagegen aber entsprechende Ressourcen u.a. für Beatmungstherapien vorhanden sind. Ich glaube, das ist aber nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Unsere Systeme sind zu kompliziert und vielfältig, in Deutschland, Europa und der Welt.


Corona Fälle in unserer Praxis:

In unserer Praxis gab es weiterhin nur die 2 Fälle von vor 2 Wochen. Wir haben keine strengen Maßnahmen eingeführt, da wir die Patienten gut trennen können und vor allem die einzelnen Personen umsichtig Abstand halten und einzeln ohne Kontakt zu anderen Patienten behandelt werden.

Erst am 1.4. 2020 hörte ich erstmals von einem Bewohner in einem Seniorenheim, der von einer Pflegerin angesteckt wurde. Sie scheint die Quelle gewesen zu sein. Dieser Patient starb und viele Mitarbeiter und Bewohner wurden angesteckt. Das ist der Gau in einer solchen Institution! Ein weiterer, 2. Todesfall wurde am 4.4.2020 gemeldet.

Grundsätzlich haben die meisten Patienten, die getestet werden möchten, große Angst.

Das hat nichts mit Alter, Intelligenz, sozialem Status oder mit Kenntnissen zu tun.


Die Verbreitung von Angst:

Ausgesprochen schlimm ist die Angst, die alleine durch dauerhaftes und kopfloses „INFOTAINMENT“ über Fernsehen, Internet und Zeitungen verbreitet wird. Davon ausgenommen sind auch nicht ZDF und ARD!

Auch hier wird massiv Angst verbreitet, was nicht die Aufgabe von klugen Köpfen sein sollte.

Hunderttausende von Todesfällen wird es weder in Europa noch in den USA geben und die Influenzalüge ist jetzt aufgedeckt worden: Angeblich sollen jedes Jahr 20 000 Todesfälle durch Influenza zu beklagen sein.

Aber…
… das RKI schrieb, dass es offiziell 161 Todesfälle in dieser Grippesaison 2019/2020 gab bei bis zu maximal 2,3 Millionen Arztbesuchen und 11 000 Krankenhauseinweisungen. Bei der schweren Influenzaepidemie 2017/2018 zeigten sich folgende Zahlen: Rund 1 700 Todesfälle, 9 Millionen Arztbesuche und 29 000 Krankenhauseinweisungen. Letzteres bedeutet aber nicht, dass die Patienten tatsächlich „krankenhausreif“ sein mussten, sondern, dass der Arzt und die Angehörigen häufig „sicherheitshalber“ Patienten einweisen, auch weil man Angst hat, der Krankheitsverlauf könnte sich verschlechtern.

Katastrophal unterschiedlich sind natürlich die Erfahrungen, die Intensivpflegepersonal und -Ärzte einerseits und „informierte Laien“ andererseits machen.

Niemand sollte aber einer bestimmten Gruppe Vorwürfe machen, da bisher niemand Erfahrungen mit einer solchen Situation wie wir sie gerade erleben, machen konnte.


Gut ist:

Es ist günstig, dass es in Europa unterschiedliche Vorgehensweisen gibt, wobei der Kontrast

zwischen Italien und Schweden nicht größer sein kann.

Die meisten Menschen werden mit diesem Virus kein Problem bekommen.

Wir können froh sein, dass wir die Freiheit haben – auch durch die finanziellen Möglichkeiten – so zu handeln, wie es vernünftig ist. Aber angstbesetzte Reaktionen und Verordnungen sollten auf ihren Effekt jetzt überprüft und geändert werden.


Ausblick:

Aus meiner Sicht wird es wegen der erhöhten Testungen noch diese Woche (30.3.-5.4.2020) zu einer Steigerung der Fallzahlen und der Todesfälle kommen. Dann wird sich ein Gleichgewicht einstellen und wir können die nächsten Monate vor allem die älteren Menschen schützen. Währenddessen werden die Bluttests kommen und die Therapiemöglichkeiten zu einem festen Bestandteil werden, so dass auch dort besser mit schwerer erkrankten Patienten umgegangen werden kann.

Die Medien werden sich leider weiterhin anstrengen, auch jedes kleine Thema zum Anlass für Angst und Verzweiflung aufzubauschen!

 

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Darüber hinaus biete ich Telefonsprechstunden
montags und freitags
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Zusätzlich ist Frau Bingenheimer
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